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The Circle of Life - Der Kreis des Lebens Mittwoch, 27.04.11 Wir schreiben Mittwoch, den 27.04.2011. Wir,
Renate und ich, sind auf dem Weg von Poughkeepsie nach JFK, nach einem zwar
kurzen aber intensiven Urlaub bei Sabine, Patrick und Mike. Eve
ist in ihrer bevorzugten Ferienpension bei Reiner Schiener im Westerwald in der
Nähe von Rennerod. Wir
haben den Nachtflug nach Frankfurt vor uns, freuen uns aber auch darauf wieder
zu Hause zu sein. Und
wir freuen uns auf Eve! „Kurz“
vor der Whitestone-Bridge, die Fahrt ist bis jetzt relativ entspannt, schießt
mir ein Gedanke durch den Kopf: „Du
kommst nach Hause, willst deinen Hund abholen und der ist nicht mehr da!“ Nach
Passieren der Whitestone-Bridge wird der Verkehr dicker, nimmt New Yorker
Verhältnisse an und es bleibt keine Zeit mehr für blöde Gedanken. Rückgabe
des Leihwagens, warten, Check-In, warten, ich stelle fest, dass ich meinen
Leatherman nicht abgegeben habe, wieder Check-In, Leatherman auf dem Weg,
warten und dann doch noch Boarding. Nach
4 Bier und etlichen Chips sind wir an Bord, haben uns mehr oder weniger
häuslich eingerichtet um jetzt zu erfahren, dass der Start um ca. 2 Stunden
verschoben ist, auf Grund schlechter Wetterverhältnisse.
Donnerstag, 28.11.11 Mit
1 ½ Stunden Verspätung in JFK gestartet, befinden wir uns um ca. 11:00 Uhr im
Anflug auf Frankfurt und so langsam ergreift der „Jetlag“ Besitz von uns. Nach
Einreiseformalitäten, Gepäckausgabe und Zoll sitzen wir nun im Taxi auf dem Weg
nach Darmstadt. So
gegen 14:00 Uhr sind wir wieder zu Hause! Gepäck
wird nur in der Wohnung deponiert und sofort geht’s weiter um Eve abzuholen!! Auf
der Autobahn Richtung Limburg ausnahmsweise mal wenig Verkehr, Jetlag wird
stärker und prompt verpasse ich die Ausfahrt Limburg-Nord! Ca. 30
Mehr-Kilometer!! Aber jetzt wieder hellwach! Unterwegs
beim Landmetzger unseres Vertrauens mit Abendessen eingedeckt, sind wir nun in Elsoff-Mittelhofen in der Hundepension
Schiener um Eve abzuholen. Eve noch im Rudel auf der einen Seite
des Zauns, wir auf der anderen Seite, Herr Schiener jun. kommt mit Eve durch
die Schleuse und wir haben unsere Eve wieder. Wir
werden überschwänglich begrüßt und dann ist Eve in „Ihrem“ Käfig im Auto, nach
dem Motto: „Heute vergesst Ihr mich aber nicht!“ Mit
Herrn Schiener jun. noch die Formalitäten erledigt, er berichtet, dass Eve sich
wie immer vorbildlich verhalten hat, aber immer noch ein erfreulicher
„Wirbelwind“ ist, sind wir nun auf dem Rückweg nach Darmstadt und Eve liegt
zufrieden in Ihrem Käfig! In
Darmstadt angekommen gehen wir mit Eve noch für ca. eine Stunde im Wald spazieren.
Pieseln, Häufeln und all die neuen Nachrichten aufnehmen. Eve hat genug zu tun
und muss auch viele Nachrichten hinterlassen. Endgültig
zu Hause angekommen, bekommt Eve ihr Fressen und ich begebe mich in die wohlverdiente
Badewanne. Ein
gutes Buch und eine Zigarette, ich fühl mich puddelwohl, als Eve nachschauen
kommt, wie sie es schon oft getan hat, wenn einer von uns in der Wanne liegt. Plötzlich
versteift sich der ganze Hund und fängt an zu würgen. Aber es kommt nichts! Ich
denke noch bei mir: „Hat das Fressen runter geschlungen und jetzt kommts wieder
hoch“, mach mir aber keine weitere Gedanken. Eve trollt sich ins Wohnzimmer. Zwei,
drei Minuten später, alarmierender Ruf von Renate, dass ich aus der Badewanne
kommen soll, da mit Eve etwas nicht stimmt! Ich aus der Wanne, ins Wohnzimmer
und sehe Eve würgend auf ihrem Plaid liegen. Anordnung
an Renate, beim Doc anrufen, Notfall, wir kommen sofort. Notdürftig
abgetrocknet, angezogen, vergewissert, dass Renate Tierausweis hat und Eve
schafft es noch auf eigenen Pfoten in ihren Käfig. Aber es geht ihr
augenscheinlich absolut dreckig! Fahrt
von Moltkestr. nach Griesheim, Tierklinik Tann, Strecke ca. 2 km, Berufsverkehr
und jeder will aus Darmstadt raus! Wir schaffen es in Rekordzeit, allerdings
hätte das aber auch für den Führerschein gereicht. Ankunft
Tierklinik Tann. Innerhalb kürzester Zeit ist ein Doc mit Helferin und
Transportwagen am Auto. Eve
liegt völlig apathisch und kaum ansprechbar in Ihrem Käfig und hebt noch nicht
einmal mehr den Kopf. Doc
prüft Lefzen und Augenlieder. Beide total blass und kaum mehr durchblutet! Im
Behandlungsraum angekommen wird sofort Zugang gelegt und Kochsalzlösung
gegeben. Nach
Rasur Bauchhaare Ultraschall. Doc
erklärt Ultraschallbild. „Hier ist die Milz und das schwarze was immer mehr
wird ist Blut. Gerissenes Milzkarzinom!“ Nach
den Chancen gefragt erklärt der Doc: „Notoperation! Wenn Eve die übersteht
liegen Überlebenschancen bei 1% oder eher niedriger!“ Gleichzeitig
erklärt Doc aber auch, dass es jetzt ganz alleine bei uns liegt, zu
entscheiden, ob wir Eve einer Tortur unterziehen wollen, mit Aussicht auf
eigentlich keinen Erfolg, oder ob wir ihr jetzt ein gnädiges Ende gewähren. Wir
entscheiden Eve jetzt einschläfern zu lassen. Zwei
Spritzen, keine Herztöne mehr, Eve wird auf dem Wagen raus gerollt, wir haben
ihre Halskette in der Hand, nach Hause gefahren und sitzen im Wohnzimmer. Alles
wie im Trance. Eve
ist nicht mehr da!! 8
Stunden nach Ankunft vom Amerikaurlaub ist unsere Eve tot und mir kommen meine
Gedanken wieder in den Sinn. „Du
kommst nach Hause, willst deinen Hund abholen und der ist nicht mehr da!“ Wir
sitzen im Wohnzimmer, Abendessen, Planungen alles gegenstandslos, Eve ist nicht
mehr da! Nur noch eine große Leere! In
Poughkeepsie niemand erreicht. Renate Krause ist erreichbar und erfährt so als
Erste vom Tod Eves. Gegen
Mitternacht gehen wir zu Bett und der Schlaf umfängt uns gnädig bis zum
nächsten Morgen. 29.04.11 bis 15.05.11 Noch
am Abend zuvor haben wir ausgemacht, dass wir die Rituale unserer täglichen
Spaziergänge beibehalten werde, Auch ohne Eve. Heute
noch einen Tag Urlaub. Wie üblich bin ich so gegen 06:45 Uhr wach. Was soll ich
tun? Mit Eve kann man nicht mehr spazieren gehen! Ich steh trotzdem auf und
setze mich an den Computer um ein Tierkrematorium in Darmstadt oder Umgebung zu
suchen. Wir hatten, ebenfalls noch am Abend zuvor, beschlossen, dass aus Eve
keine Seife gemacht wird, sie also nicht zum Abdecker kommt. Um
11:00 Uhr dann Termin bei „Paxanimalis“, Darmstadt und alle notwendigen
Formalitäten erledigt. Paxanimalis kümmert sich um Alles und am Dienstagabend
können wir die Asche von Eve abholen. Mittagsspaziergang
auf den alten Wegen. Die ersten Bekannten fragen nach dem Verbleib von Eve. Am
Nachmittag, dann diverse Abmeldungen, Steueramt, Tasso, Versicherung, gemacht. Es
sind die vielen Kleinigkeiten, die einem immer wieder an Eve erinnert. Der
automatische Griff zur Leine, wenn man aus der Wohnung geht. Der automatische,
suchende Blick beim Essen zubereiten nach dem „Geier“. Auch Tür und Rollladen
zum Balkon sind am Abend zu. Die
Diskussion ob Eve eine(n) Nachfolger(in) erhält dauert nur wenige Minuten und
wird eindeutig mit JA beantwortet. Ob
wieder ein Neufi, bleibt zunächst unentschieden. Renate liebäugelt eventuell mit
einem Hund aus dem Tierheim, mit der Begründung, dass es genügend Hunde gibt,
die ein gutes Zuhause suchen. Ich bemerke, dass es auch noch „Neufundländer in
Not“ und das Internet allgemein gibt. Wir
haben verlängertes Wochenende, Montag ist Maifeiertag und das Tierheim
Darmstadt hat „Tag der offenen Tür“. Wie
üblich könnte man aus dem Tierheim (fast) jeden Hund mitnehmen, wenn man dem
Bauchgefühl folgen würde. Einer hat mich besonders interessiert. Ein heller
Owtscharka-Rüde! Aber gleichzeitig wusste ich auch, dass das nie „unser Hund“
sein würde und könnte. Auf dem Heimweg war unser Entschluss gefasst, „einmal
Neufi – immer Neufi!“ Renate meinte aber sofort, dass keiner der uns bekannten
Züchter, und Renate Krause auch nicht, Welpen hätten oder in der nächsten Zeit welche
erwarten. Entscheidung verschoben. Am
Dienstagabend haben wir dann die Asche von Eve abgeholt. Sie hat ihren
Ehrenplatz zwischen den vielen Pokalen gefunden, die Eve in Laufe ihres kurzen
Lebens geholt hat. Weiter
das Internet gequält, zwei, drei Züchter mit Welpen gefunden, angerufen und aus
den unterschiedlichsten Gründen abgesagt. Beim
Surfen dann „in der Nähe“, in Weinheim, "Quenta
vom Nanstein", Elli gerufen, gefunden. Schwarze Neufundländerhündin, drei Jahre
alt mit Papieren, die abgegeben werden musste, da Ihre Leute nach Florida
auswandern mussten. Angerufen und für nächsten Samstag Besuchstermin
vereinbart. Besuch
in Weinheim, Ehepaar, sie Deutsche, er GI der nach Amerika zurück muss, 4
Kinder, drei behindert, ein Chihuahua, ein mittelgroßer Mischling, und
Elli die fast ganz geschoren ist und das im April. Schnell
stellt sich heraus, dass Elli unwahrscheinlich unsicher ist, eine Aversion
gegen Männer hat, sie wurde gegen den Willen des Hausherrn angeschafft, und außerdem
ein Magendefekt hat und auf nicht gewohntes Futter mit Durchfall reagiert. Beim
anschließenden Spaziergang bekomme ich den Eindruck, dass Elli nur die Führung
fehlt, sie findet schnell Vertrauen zu uns und gehorcht sowohl Renate als auch
mir direkt auf Zuruf. Aber
die Schwierigkeiten mit dem Magen! Ellis Frauchen versichert, dass es
mindestens einmal im Monat passiert! Ohne
endgültige Entscheidung verabschiedet. An
Hand der erhaltenen Daten im Netz nach der Herkunft von Elli recherchiert. Das
Wenige was gefunden wurde, war nicht gerade Vertrauen erweckend. Renate
steht der Sache positiv gegenüber, wohl auch mit einer großen Portion
Mitleid. Ich bin total dagegen. In
den Folgetagen meist kontroverse Diskussionen zum Thema Elli. Was
tut man in solch einem Fall? Man
wendet sich am besten an den Züchter seines Vertrauens. Zweiter
Anruf bei Renate Krause nach dem Tod von Eve. Renate
erkundigt sich nach unserem Befinden und fragt nach, ob denn wieder ein Hund
her soll und wenn ja, welche Rasse. Kurz
die Ereignisse der letzen Wochen geschildert, dass wir gerne wieder einen Neufi
hätten und auch die unterschiedlichen Einstellungen gegenüber Elli erwähnt.
Renate bittet um alle Einzelheiten per Mail und will sich die ganze Sache
anschauen. Renate lädt uns für 15.05.11 zum Besuch ein und wir sagen zu. Zum
Schluss bemerkt Renate noch so nebenbei, dass sie vielleicht einen
weiß-schwarzen Welpen, mit kleinem Handicap, für uns hätte.
Samstag, 15.05.11 Gegen
14:00 Uhr treffen wir am 15.05.11 bei Renate und Hubert in Schrecksbach im Schwalm-Eder-Kreis
ein. Nicht nur von Hubert und Renate, sondern auch von Dusty, Eves Mutter, und
einem weiß-schwarzen Welpen herzlich begrüßt, gibt es erst einmal Kaffee und
Muffins. Selbstverständlich
ist erstes Thema der Tod von Eve. Dann
kommt Elli „auf den Tisch“. Renate
schildert, dass sie selbst per Mail Auskünfte eingeholt hat und zum Teil total
konträre erhalten hat. Sowohl
Renate als auch Hubert raten kategorisch von Elli ab. Und auch meine Renate
akzeptiert nun die Entscheidung. Elli ist „vom Tisch“. Nach
dem weiß-schwarzen Welpen von Renate und Hubert gefragt. Auf die Gegenfrage, ob
es denn unbedingt ein Neufi sein muss, der auch Zuchtzulassung bekommen kann,
oder auch ein Neufi mit Handicap, bemerken wir, dass wir einen Neufi für uns
und nicht für die Zucht suchen. Renate
zeigt auf den weiß-schwarzen Welpen, der die ganze Zeit schon rumläuft und auf
Grund des „Stummelschwanzes“ keine Zuchtzulassung bekommt. Sofort
kommt sowohl von meiner Renate als auch von mir ein kategorisches NEIN! Beide
haben wir keine Beziehung zu dem Hund! Und
außerdem ist für mich ein Neufi schwarz!! Renate
Krause nimmt die Entscheidung bemerkenswert gelassen auf. Plötzlich
meint Renate, dass sie ja eigentlich nicht den weiß-schwarzen Rüden vorgesehen
hätte. Und
Sie erzählt von einer braunen Hündin, die sie hat, die keine Zuchtzulassung
bekommt, die 1 Jahr und 6 Monate alt ist und für die sie gute Menschen sucht. Brauner
Neufi? Na ja, mal sehen! Und ich sag zu Renate: „Was redest du rum? Komm lass
uns raus in den Hof gehen und zeig uns den Hund!“ Im
Hof öffnet Hubert die Tür zum Freilauf der Hündinnen und ruft den braunen
Neufi. Es
kommt eine wunderschöne braune Neufi-Hündin in den Hof! Neufi = schwarz? Ich
werde unsicher! Renate
Krause ruft sie. Die braune Hündin kommt, wenn auch stark verunsichert, auf uns
zu. Meine Renate ist in die Knie gegangen und ruft ebenfalls die Hündin, und
diese geht direkt auf sie zu und holt sich ihre Streicheleinheiten ab. Als
nächstes kommt die Hündin zu mir und fordert auch von mir ihre Streicheleinheiten. 15
Minuten später. Wir haben uns noch mit dem Hund beschäftigt, Einzelheiten und
Hintergründe von Renate und Hubert zur Hündin erfahren, der Preis stimmt und so
haben wir den 20.05.11 als Abholtermin vereinbart.
Freitag, 20.05.11 Am 20.05.11 sind wir wieder bei Renate und Hubert und wollen unseren Neufi
abholen. Das
Auto steht bei Renate im Hof, Kofferraum und Tür zum Käfig offen. Hubert
lässt die Hündin in den Hof, diese begrüßt uns überschwänglich, und nach kurzer
Aufforderung sitzt sie im Käfig. Nach
ca. 15 Minuten verlassen wir Renate und Hubert mit unserer neuen „braunen“
Neufi-Hündin. „Bijou Bär vom Westrich“ ist
auf dem Weg zu ihrem neuen Zuhause! Das
ist die Geschichte vom Ende Eves und vom Anfang von Bijou. Wer
weitere Geschichten und Fakten zu Eve erfahren möchte, folgt dem Link zu Eve,
wer weitergehende Infos zu Bijou lesen will folgt dem Link Bijou. Wer
aber etwas über Eve und Bijou, über uns und unsere Urlaube in USA und
Deutschland, über Neufis und alles Mögliche erfahren möchte, klickt sich
einfach mit dem Menü links durch die verschiedenen Seiten. Wir
Drei wünschen Euch viel Vergnügen. |